Eisfotografie im Emmental

 

Bericht

Eis ist Wasser, das bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in einen festen Zustand wechselt. Genau diese Temperaturen waren im Januar 2018 eine Seltenheit. Eine Woche vor dem Fototermin stand noch nicht fest, ob der Anlass überhaupt stattfinden kann. Aber das Organisatorenpaar, Susi und Ueli Schlatter war am Freitag vor Ort und entschied, im Bärbach gibt es genügend schönes Eis, also kann dieser Anlass stattfinden. Im Bärbach, einem 300 Meter tiefen Graben quer durch das Emmental, gibt es im Winter während einiger Monate keinen Sonnenstrahl.

Um 09:00 Uhr trafen sich die Teilnehmer auf dem Parkplatz des Gasthof Bären in Eggiwil. Nach einer kurzen Information zogen sich die Teilnehmer die wasserfesten Schuhe an und verteilten sich auf ein paar Fahrzeuge für die Fahrt zum Bärbach-Parkplatz. Zu Fuss ging es auf einer zugefrorenen und verschneiten Schotterstrasse ca. einen Kilometer weit bis tief in diesen Bärbachgraben hinein. Hier öffnete sich eine wundervolle zugefrorene Landschaft mit dem Bärbach in der Mitte. Links und rechts erheben sich hier steile, bis zu 300 Meter hohe Wände, verziert mit tausenden von mächtigen Eiszapfen. Unten im Bach oder in seitlichen Gräben fanden wir eine richtige Eislandschaft.

Die Fotografinnen und Fotografen begaben sich zu den schönsten und imposantesten Eisbauwerken und lichteten diese aus allen möglichen Perspektiven ab. Die Auswahl war sehr gross, jeder fand seine ganz besonderen Objekte. Eiszapfen, mit viel Eis ummantelte Äste, Strukturen im blanken Eis, zugefrorene Pfützen mit Lufteinschlüssen und immer wieder einen besonders schönen Eiszapfen.

Über den Mittag dislozierten wir für einen Moment ins Café in Sumiswald, um uns innen und aussen aufzuwärmen. Dann ging es nochmals ins Paradies für Eisfotografen. Es ist interessant zu beobachten, wie das Eis gewachsen ist. Da wo nicht einfach ein Pot Wasser gefriert und schwarzes Eis entsteht, sondern das wo Tropfen um Tropfen neu anfrieren. Hier entstehen interessante Strukturen mit imposanten Formen. Wenn ich genau hinschaue kann ich feststellen, dass es kaum zwei identische Objekte gibt. Immer wieder finden sich andere, noch interessantere Gebilde, und noch einmal wird das Stativ aufgestellt, der Fotoapparat installiert und weitere Fotos abgelichtet. Ein kleiner Wehmutstropfen, wegen des diffusen Lichtes gibt es fast monochrome Bilder.

Ein grosses Lob an Susi und Ueli Schlatter für die perfekte Organisation. Sie haben den Aufwand auf sich genommen, am Vortag die Gegend noch einmal zu erkunden, damit sie uns am Samstag gezielt an den Ort bringen können, der für uns Naturfotografen am attraktivsten ist. Herzlichen Dank.

Peter Wyler

Bilder