Vogelfotografie am Neuenburgersee

 

Bericht

Wie seit dem Start dieses Workshopes, welches nun dieses Jahr zum neunten Mal durchgeführt wurde, war es ein Kampf überhaupt einen Platz zu ergattern. Innerhalb von nur 31min, nachdem der Newsletter rausgekommen war, konnte sich niemand mehr anmelden. Ich hatte das Glück mit dabei sein zu können- aber auch nur, weil ich tatsächlich keinen Dienst habe und auch keine Schicht abtauschen musste. Ich war gespannt, da ich relativ nah an diesen Spots wohne, aber bis dahin noch nie in diesen Gegenden fotografierte. Dies sollte für mich natürlich auch wieder meinen Fotografischen Horizont erweitern. Das Fotografische Wissen durfte ich mir über die Jahre mit Hilfe aneignen. Leider fehlt mir häufig einfach die Zeit um das Wissen auch in Form der Bilder darzustellen. Ein guter Zeitpunkt also, mit anderen Fotobegeisterte, das Wochenende zu geniessen und neue Bekanntschaften zu machen. Unter Sachkundiger und toller Organisation durch Hansruedi Weyrich bekamen wird die Möglichkeit zugleich, Nikon und Canon Objektive zu testen. Leider hat ein Canon-Objektiv beim Gebrauch etwas sehr fest versagt, so dass ich froh war über die Teilnahme von Marcel Burkhardt, der mir freundlicher Weise sein tolles Objektiv zur Verfügung stellte.

Am 21. April 2018 war es soweit. Die Vorfreude war zu Ende und wir trafen uns direkt beim Pro Nature Naturschutzgebiet in Champ-Pittet, in der Nähe von Yverdon. Nach einer kleinen Kennenlern-Runde und einem kurzen Theorieblock über das Verhalten und dem Fotografieren der Vögel, ging es auch schon direkt hinter das knipsen. Wir verteilten uns in zwei Gruppen an den zwei Hauptspots. Das Wetter war eigentlich für das Fotografieren viel zu schön: strahlend blauer Himmel, sommerlichen Temperaturen und keine Wolken am Himmel- Sonnenbrand an den Waden meinerseits war vorprogrammiert, da genau dort an Sonnencreme gespart wurde.

Es gab viel zu erkunden im Naturschutzgebiet. Ein Highlight waren die wunderschönen balzenden Haubentaucher, welche für mich die Hauptattraktion von diesem Tag waren. Im Versteck war es relativ ruhig, so dass kaum irgendwelche Vögel gesichtet, geschweige denn Fotografiert wurden. Die Liste ist dementsprechend kurz: Haubentaucher, Zwergtaucher, Blässhuhn, Blaumeise, Rohrammer, Teichralle, Kormoran und Höckerschwan.

Gegen den späteren Nachmittag, verschieben wir den Standort zur Neuen Location in Cudrefin. Dort ging es nach einem verfrühten Nachtessen wieder zurück hinter die Kamera. Nach einem halbstündigen Marsch am „Damm Chablais de Cudrefin“ entlang, stand eigentlich der Sonnenuntergang auf dem Programm. Da leider das Nachtessen etwas verspätet serviert wurde, reichte es nicht mehr für die Landschaftsfotografie und der Sonnenuntergang fand ohne uns statt. Doch ein paar Vögel (hauptsächlich Flussseeschwalbe) durchflogen den Himmel und boten ein ideales Fotosujet – aber nur mit einem Lichtstarken Objektiv – den das Licht wurde immer seltener.

Früh am nächsten Morgen (05.45Uhr) war eine Zweite Chance für den Sonnenaufgang, der sich auf seine prachtvolle Art und Weise auch zeigte. Die Liste der gesichteten Tiere in Cudrefin ist etwas länger als am Tag zuvor: Flussseeschwalbe, Trauerseeschwalbe, Mittelmeermöwe, Lachmöwe, Zwergmöwe (Selten), Gänsesäger, Mittelsäger (Selten), Kolbenente, Löffelente, Rohrschwirl, Teichrohrsänger, Höckerschwan, Kormoran, Graureiher, Bachstelze, Teichfrösche, Nachtigall. Der Kuckkuck haben wir nur gehört und nicht gesehen.

Das Highlight und zugleich auch schon das Ende des Workshopes, war das Fotografieren des Eisvogels im Birdlife Naturzentrum La Sauge, wo wir um 09.00 Uhr und nach einem ausgiebigen Morgenessen, in den nur für uns reservierte Versteck, unsere Kameras installierten. Es dauerte nicht lange und wir bekamen den kleinen, quirrligen Vogel vor die Linse. Wer keine Geduld hat, ist beim Eisvogel fehl am Platz. Eine Ewigkeit und x-diskussionen und Gesprächen reicher, zeigten sich gerade beide Vögel in voller Pracht. Die Reaktionszeit meines Zeigefingers und anschliessend die meiner Kamera müsste noch etwas flotter werden. Durch die Wasser Bewegung kann nur erahnt werden, dass Sekunden zuvor der Eisvogel ins Wasser tauchte um wieder blitzschnell auf den Ast zu hoppsen. Was sagt so schön ein Sprichwort: „Übung macht den Meister“. Ich bin froh gab es etwas schnellere Fotografen, die wunderschöne Bilder beim ein- und auftauchen machen konnte. Diese Bilder konnten wir drei Tage nach dem Workshop, bei der gemeinsamen Bildbesprechung im Zentrum Bildung in Baden AG, begutachtet werden.

Ich schaue gerne an dieses Wochenende zurück und bedanke mich bei allen die dieses Wochenende so einzigartig gemacht haben. Eines steht für mich ganz klar fest – meine Reise nach Champ-Pittet und Cudrefin wird nicht die Letzte gewesen sein.

Rebecca Schär

Bilder