Krickel Michael
Als Junge sammelte ich Vogelfedern. Ich züchtete Stabheuschrecken und Blindschleichen, fütterte einen Mäusebussard durch den Winter und schaute mir Dokus über die Welt der Spinnen an. Die Natur hatte mich schon früh in ihren Bann gezogen. Viele Lebensjahre folgten, in denen ich mich mit Seinsfragen beschäftigte. Damals erkannte ich nicht, dass die Antworten in der Stille liegen.
Als ich mit meiner Familie in ein idyllisches Dorf um- und in einen wundervollen Garten einzog, fing ich an, dessen Geheimnisse mit einer Kompaktkamera und dem Handy zu erkunden. Inmitten eines artenreichen Baumbestandes und blühender Gehölze wuchsen Blumen, Gräser, Wildkräuter, Farne. Vögel und Kleintiere waren hier zuhause, im Sommer tanzten Libellen über dem von Schilf und Wasserlilien umsäumten Seerosenteich.
Ein bewusstes Dasein durch die Jahreszeiten in und mit der Natur begann, was zu einem tiefen Urvertrauen und der Verbundenheit mit dem Leben selbst führte. Aus dieser Stille, aus der alles hervorgeht, die alles durchdringt und in die alles zurückkehrt, schöpfe ich seither Kraft und Energie. Diese Stille wahrzunehmen und sie durch meine Bilder sprechen zu lassen, ist Gegenstand meiner Zen-Fotografie.